Work and Travel in Japan

Japan spielt für die meisten Backpacker vermutlich eher eine untergeordnete Rolle als Ziel für einen Work und Travel Aufenthalt. Durch die sprachliche Barriere und die kulturellen Unterschiede gilt das „Land der aufgehenden Sonne“ bisher vielmehr als eine Art Geheimtipp. Doch genau das zieht diejenigen an, die abseits ausgetrampelter Working-Holiday-Pfade reisen möchten.

Wenn auch du einmal in einer völlig ungewohnten Atmosphäre leben und arbeiten möchtest, bist du damit völlig richtig. Als Work and Traveller lernst du Land und Leute auf eine sehr intensive Art und Weise kennen und sammelst unbezahlbare Lebenserfahrungen. Wenn du von fernöstlicher Kultur fasziniert bist, wirst du von Japan begeistert sein. Das Land verbindet uralte Traditionen, landschaftliche Schönheit und innovativen Geist miteinander. Überhaupt erfreut sich Work and Travel in Asien immer größerer Beliebtheit.

Voraussetzungen

Wenn du einen Work and Travel Aufenthalt in Japan planst, musst du als erstes ein Working-Holiday-Visum (WHV) beantragen. Mit ihm in der Tasche kannst du dann ein Jahr lang als Tourist und Gelegenheitsjobber das Land kennenlernen. Die besten Chancen auf das WHV haben deutsche Staatsbürger, wenn sie 18 bis 26 Jahre alt sind. Theoretisch kann es zwar auch bis zu einem Alter von 30 Jahren beantragt werden, jedoch sind das eher Ausnahmefälle.

Weitere Visums-Voraussetzungen sind ein für die Aufenthaltsdauer gültiger Reisepass und zwei Arten von finanziellen Nachweisen: Zum einen musst du belegen, dass dein Rückflug gesichert ist (also entweder durch ein Flugticket oder eine Summe von ca. 1.200 Euro). Zum anderen benötigst du einen Nachweis über ca. 2.000 Euro für deine erste Zeit in Japan. Des Weiteren musst du eine Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen haben. Dass du straffrei bist, belegst du durch ein polizeiliches Führungszeugnis. Ehepartner oder Kinder dürfen übrigens nicht mit dir einreisen.

Falls du über der genannten Altersgrenze liegst oder dir aus einem anderen Grund das WHV versperrt bleibt, gibt es mit dem Touristenvisum eine Alternative, um in Japan zu arbeiten. Dann darfst du allerdings nur unbezahlten Tätigkeiten nachgehen, z.B. Freiwilligenarbeit oder einem Auslandspraktikum.

Alle Tätigkeiten haben es gemeinsam, dass du ausreichende bis gute Japanischkenntnisse mitbringen solltest. Vor allem auf dem Land und in kleineren Städten sind sie grundlegend. Genauso wichtig sind gute Englischkenntnisse. Ohne sie kommst du auf dem japanischen Arbeitsmarkt nicht weit. Sehr gern gesehen ist es, wenn du bereits einen Uniabschluss vorweisen kannst.

Die japanischen Behörden legen großen Wert darauf, dass sie mit dem WHV deinen Ferien-Arbeitsaufenthalt unterstützen: deine Jobs sollen daher lediglich Ergänzung zu deiner Reisebörse sein. D.h. in Bars, Nachtclubs und im Vergnügungs- und Unterhaltungsgewerbes zu arbeiten, ist ausgeschlossen. Eine Mindest- oder Maximalstundenzahl oder Begrenzung der Beschäftigungsdauer gibt es aber nicht. Auch die Gehälter kennen keine Obergrenze.

Jobben in Japan

Auf dem japanischen Arbeitsmarkt ist es zurzeit nicht ganz einfach, schnell an den passenden Job zu geraten. Die beste Methode ist es, sich bei deutschen Unternehmen mit Sitz in Japan vorab nach Möglichkeiten zu erkundigen. Außerdem kannst du z.B. bei der Industrie- und Handelskammer nachfragen.

Die besten Möglichkeiten und die beste Bezahlung erwarten dich als Sprachlehrer für Englisch oder andere Sprachen. Insbesondere Studenten und junge Absolventen sind hier gefragt. Du arbeitest dann z.B. in (Sprach-)Schulen oder in Privathaushalten. Andere typische Aufgaben für Work and Traveller sind Jobs in Hotels und der Gastronomie, z.B. als Service- oder Reinigungskraft. Saisonal werden in den Skigebieten Aushilfen gesucht. Farmjobs, wie in anderen Work and Travel-Ländern, sind in Japan eher unüblich.

Durch Work and Travel kannst du in eine Arbeitswelt eintauchen, die sich erheblich von der westlichen unterscheidet. In Japan herrscht ein besonderer Verhaltenskodex mit einer eigenen Arbeitsethik. Die Japaner identifizieren sich stark mit ihrem Unternehmen – mehr als mit ihrem Berufszweig oder ihrer Berufstätigkeit. Sie sind oftmals Allrounder, deren Ziel es ist, möglichst lang in einem Unternehmen zu bleiben.

Japaner verwenden bei ihren Bewerbungen ein Standardformular. Für Europäer ist das nicht zu empfehlen, da ihre Lebensläufe kaum den japanischen Standardkriterien für Berufseinsteiger entsprechen. Praktika werden in Japan z.B. nicht als Berufserfahrungen angesehen. Das solltest du bei deiner Bewerbung berücksichtigen.

Leben in Japan

Die Lebenserhaltungskosten sind in Japan auf einem eher hohen Niveau. „Herausstechend“ ist dabei Tokio, das lange als die teuerste Stadt der Welt galt. Dementsprechend schwierig ist es, in dieser Metropole erschwinglichen Wohnraum zu finden. Allerdings hat sich die Lage in den letzten Jahren etwas entspannt. Vor allem außerhalb der Yamanote-Linie ist es nicht mehr so schwierig eine passende Unterkunft zu finden. In den ländlichen Gegenden ist das Leben natürlich preiswerter. Insbesondere dann, wenn du dich den dortigen Lebensstandards anpasst.

Essen und Kleidung sind in Japan vielerorts günstiger als in europäischen Großstädten. Die zahlreichen Garküchen bieten günstige und warme Mahlzeiten. Einheimische Speisen haben einen erschwinglichen Preis, lediglich importierte Ware und westliche Kost wie Käse und Sahne sind sehr teuer.

Als Work and Traveller kannst du anfangs z.B. in einem Hostel wohnen. Außerdem bieten viele japanische Privatpersonen auf verschiedenen Portalen Zimmer oder ganze Wohnungen zu fairen Preisen an. Klassische Unterkünfte für Work and Traveller sind auch die sogenannten „Gaijin Houses“ (also „Ausländerhäuser“) in denen Wohngemeinschaften leben. Leider sind die Zimmer in ihrer Mehrzahl in keinem guten Zustand.

Japan ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. In den Großstädten kommst du mit U- und S-Bahn und Bussen eigentlich überall hin. Auf das Abenteuer, hier Auto zu fahren, solltest du dich besser nicht einlassen. Falls du aber in ländlicheren Gegenden mit einem PKW unterwegs sein willst, musst du zunächst deinen deutschen Führerschein gegen eine Gebühr von ca. 40 Euro übersetzen lassen.

Beachten solltest du immer die sehr eigenen Sitten und Gebräuche der Japaner. Sie erscheinen westlichen Menschen oftmals ungewohnt. Als Gast im Land solltest du dich vorab mit Reiseführern, Foren u.ä. informieren, um in kein Fettnäpfchen zu treten.

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