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Auslandsstudium in Italien

Italien ist ein Land mit freundlichen Menschen, wunderschönen Städten und auch meist schönem Wetter. Drei offensichtlich gute Gründe, dieses Land als Studienort zu wählen. Natürlich sind dies eher oberflächliche Kriterien, aber auch die Bildung kommt in Italien nicht zu kurz.

Man hat als Student die Wahl zwischen 70 kleineren und größeren Hochschulen, von denen auch einige ausschließlich auf internationale Studenten spezialisiert sind. Insgesamt sind in Italien etwa 1,9 Millionen Studenten eingeschrieben, davon kommen etwa 26.000 aus dem Ausland. Und an dieser Stelle nimmt Deutschland den vordersten Platz ein: 2002 kamen 17% aller internationalen Studenten in Italien aus Deutschland. Und diese Zahl gilt es in den kommenden Jahren noch zu steigern!

Gründe für ein Studium in Italien

Trotz des sprichwörtlichen Dolce Vita – ein Auslandsaufenthalt in Italien kommt nicht nur für Sonnen- und Genusssüchtige, sondern durchaus auch dann in Frage, wenn die Motive eher universitärer Natur sind. Das an das angloamerikanische System angelehnte, abschnittsweise gegliederte italienische Studiensystem erlaubt ein flexibles Studium. Einen weiteren Pluspunkt stellen sicherlich auch die im Vergleich zum englischsprachigen Raum relativ günstigen Studiengebühren dar. Trotz alledem ist der Erlebnisaspekt des mediterranen Flairs natürlich nicht von der Hand zu weisen und dürfte schon so manchen auslandsbegeisterten Studenten nach Italien gelockt haben.

Studiensystem Italien

Den studierwilligen Italienbesucher erwarten 57 staatliche Universitäten, drei Technische Hochschulen, vierzehn private Hochschulen, fünf Hochschulinstitute, drei schulische Einrichtungen sowie zwei Universitäten für Ausländer. Letztere vermitteln Ausländern die für ein Studium an einer italienischen Universität notwendigen – vor allem sprachlichen – Fähigkeiten und sind insofern keine Universitäten im eigentlichen Sinne. Zudem existieren Kunstakademien, die eigene Abschlusszeugnisse vergeben, sowie hochschulähnliche Einrichtungen, die auf akademischem Niveau in beruflichen Bereichen ausbilden.

Im Zuge einer weit reichenden Reform des gesamten Hochschulsystems wurde und wird der Studienaufbau in Anlehnung an Vorbilder aus dem angloamerikanischen Raum gestaltet: so führt ein dreijähriges Studium zum ersten akademischen und berufsqualifizierenden Abschluss, der Laurea. Die daran anschließende Laurea Specialistica ist ein zweijähriges Aufbaustudium mit wissenschaftlicher Vertiefung und Spezialisierung.

Danach besteht die Möglichkeit zur Promotion (Dottorato di Ricerca). Mittlerweile finden sich zunehmend auch Master-Kurse im Bildungsangebot italienischer Universitäten.

Aufnahmekriterien für ein Studium in Italien

Die deutsche Hochschulzugangsberechtigung (12. Schuljahr ist ausreichend) stellt die Mindestvoraussetzung für eine Zulassung im Undergraduate-Level, also Bachelor Studium an den Universitäten in Italien dar, soweit das angloamerikanische Bildungssystem schon eingeführt ist. Für den Zugang zum spezialisierten zweiten Studienabschluss, dem Master Studium (Graduate-Level) reicht je nach Universität die deutsche Zwischenprüfung bzw. das Vordiplom nicht aus, sondern ein Studienabschluss ist notwendig. Die Anrechnung der deutschen Bachelor- und Master-Abschlüsse sollte durch die europaweite Anerkennung im Rahmen des Bologna Prozesses kein Problem mehr sein.

Bewerbungsprozedur an Universitäten in Italien

Die Bewerbung ist direkt an die entsprechende italienische Hochschule zu richten. Wichtige Unterlagen sind üblicherweise die Fotokopie des Abiturzeugnisses sowie dessen Übersetzung in die italienische Sprache, die Bescheinigung der Gleichwertigkeit des Schulabschlusses mit der italienischen Hochschulreife, Passfotos, ein formloser Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel während des Aufenthalts sowie ein Krankenversicherungsnachweis. Die Aufnahme eines Studiums setzt zudem entsprechende Sprachkenntnisse voraus, wobei allerdings nicht mehr alle Universitäten diese mittels eines Sprachtests überprüfen. Zu beachten sind darüber hinaus mögliche Zulassungsbeschränkungen, die das Bestehen zusätzlicher Fachtests erforderlich machen.

Kosten und Finanzierung

Die Studiengebühren an italienischen Universitäten setzen sich aus einem Grundbetrag, Zuschlägen für Prüfungen und sonstigen Gebühren zusammen. Ihre Höhe hängt von der jeweiligen Bildungseinrichtung ab, wobei 750 € pro akademisches Jahr als Richtwert angenommen werden kann. Hinsichtlich der Lebenshaltungskosten gibt es keine allzu großen Unterschiede zwischen Deutschland und Italien; mindestens 600 € pro Monat sind einzukalkulieren.

Glücklicherweise existieren vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten, so dass das Auslandsstudium nicht zwangsläufig zur Bekanntschaft mit dem Kontosaldo führen muss: universitäre Austauschprogramme, Auslandsbafög, Bildungskredite des Bundes und der EU, Teilstipendien diverser Organisationen sowie Stiftungsgelder können in dieser Hinsicht ebenso hilfreich sein wie die Wahrnehmung von Arbeitsmöglichkeiten im italienischen Ausland.

Anerkennung von Studienleistungen

Die Anrechnung in Italien erbrachter Studienleistungen erfolgt in der Regel per Kursvergleich durch die Prüfungsämter der deutschen Hochschulen. Grundsätzlich sollte unbedingt vor dem Italienaufenthalt geklärt werden, welche Studien- und Prüfungsleistungen sich für das deutsche Studium als nützlich erweisen könnten. In Bezug auf Studiengänge, die mit einer Staatsprüfung abschließen, wird nach Maßgabe der geltenden staatlichen Prüfungsordnungen entschieden.

Einfacher gestaltet sich die Anerkennung von Abschlüssen: durch ein Abkommen zwischen Deutschland und Italien ist geregelt, dass italienische Laurea dem Magister, dem Diplom oder dem Staatsexamen an einer deutschen Universität entspricht.

Visum und Krankenversicherung

Innerhalb der EU können Staatsangehörige eines EU-Staates sich bis zu 90 Tagen in anderen EU-Staaten aufhalten, sofern sie im Besitz eines gültigen Reisepasses oder Personalausweises sind. Bezüglich längerer Aufenthalte kann man sich um eine Aufenthaltsgenehmigung kümmern, welche aber keineswegs zwingend notwendig ist.

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