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MBA in den USA

Der MBA ist in den USA der höchstqualifizierteste betriebswirtschaftliche Abschluss. In Zeiten der internationalen Ausbildung hat er sich jedoch schon längst den Weg nach Europa und auch zu uns in Deutschland gebahnt. Hochschulzeitschriften und Studienberatungszentren sind voll des Lobes dieser Ausbildung. Stark an der Praxis orientiert, stellt er hierzulande einen guten Ausgleich zum sehr theoretischen Studium dar. Die exzellenten Berufschancen und Anfangsgehälter tragen das ihrige zur großen Beliebtheit der Zusatzausbildung made in USA bei. Für wen sich der MBA eignet, welches die besten Programme sind und wie es mit den Zulassungsvoraussetzungen für den MBA aussieht, kann auf den folgenden Seiten in unserem Studienführer nachgelesen werden.

Zielgruppen

Zielgruppe des MBA Studiums sind grundsätzlich Personen ohne wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung. In den USA haben ca. 30%, in Europa sogar nur ca. 10% der Teilnehmer eines MBA Programms eine betriebswirtschaftliche Vorbildung. Das ändert jedoch nichts daran, dass der MBA als Ergänzung zum betriebswirtschaftlichen Studium durch seine Praxisorientierung in Verbindung mit Auslandserfahrungen und Sprachkenntnissen die ideale Zusatzqualifikation für Berufsanfänger in Deutschland ist.

Dauer eines MBA

Der klassische amerikanische full-time MBA läuft über 2 Jahre. Wegen der heutigen Variationsvielfalt hinsichtlich der zeitlichen Durchführung des Programms kann man jedoch keine generellen Aussagen zur Dauer eines MBA Studiums machen. Wir halten folgende Einteilung für sinnvoll:

Vollzeitprogramme

In den USA stellt der zweijährige Vollzeit-MBA die bei weitem häufigste Programmstruktur dar. Einige amerikanische Schulen wie z.B. die Kellogg Graduate School of Management bieten auch beschleunigte Programme an, die zwischen 1 Jahr und 18 Monaten dauern. In Europa sind 1-Jahres-Vollzeitprogramme die geläufigste Variante.

Teilzeit- und Fernstudienprogramme

Diese Studienform ermöglicht dem MBA-Studenten ein berufsbegleitendes Studium und dauert ca. 2-3 Jahre. Je nach nach Aufbau kann sie jedoch bis zu 8 Jahren in Anspruch nehmen.

Neben der Unterscheidung in Voll- und Teilzeit- sowie Fernstudiengänge lassen sich MBA Programme je nach Berufserfahrung der Studierenden zudem in folgende Kategorien unterteilten (beide Programmtypen sind sowohl als Voll- als auch Teilzeitstudium möglich):

„Junior MBA“

Hierhinter verbergen sich Programme für Studierende mit ca. 2-5 Jahren Berufserfahrung. Sie nehmen die deutliche Mehrheit der Programme ein.

„Executive MBA“

Dies sind Programme für Personen mit mehr als 5, häufig mehr als 10 Jahren Berufserfahrung, die bereits im gehobenen Management tätig waren (engl. Executive = Manager im gehobenen Management).

Ziel der Ausbildung

Obwohl viele MBA Programme die Spezialisierung des Studenten in Fachbereichen wie Finance, Marketing oder Human Resources ermöglichen, zielt die MBA Ausbildung grundsätzlich darauf ab, dem Studierenden „General Management Skills“, also fachübergreifendes und praxisorientiertes betriebswirtschaftliches Denken und Handeln zu vermitteln und ihn somit auf eine Karriere im gehobenen Management eines Unternehmens vorzubereiten.

Persönliche Eignung für ein MBA Studium

Bedenkt man den erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand, den ein MBA Programm bedeutet, so sollte jeder, der sich dafür interessiert, sich nicht nur fragen, ob ein MBA die richtige berufliche Weiterbildung für ihn darstellt, sondern auch, ob er persönlich dafür geeignet ist.

Der MBA bereitet auf eine Karriere im Management vor. Was sich zunächst erstrebenswert anhört, bedeutet objektiv betrachtet jedoch auch lange Arbeitszeiten, Wochenendarbeit, jede Menge unter Umständen sehr belastende Verantwortung, Erfolgsdruck und die Notwendigkeit, geographisch und im Hinblick auf Familienplanung flexibel zu bleiben.

Jeder MBA Interessent sollte daher kritisch prüfen, ob diese Herausforderungen seinen Karriere-Vorstellungen entsprechen. Oft können Freunde und die Familie wertvolle Beiträge zu einer ehrlichen Selbsteinschätzung leisten. Wer seinen MBA im Ausland absolvieren möchte, der erfüllt auf jeden Fall schon mal das Kriterium der Flexibilität als Voraussetzung für ein erfolgreiches MBA-Studium. Aber es gibt noch eine Unzahl weiterer Faktoren, die es zu klären gilt.

Zulassungsvoraussetzungen

Hochschulabschluss

Die akademische Mindestanforderung für ein MBA Studium ist der Bachelor Degree oder ein Äquivalent. Für Bewerber aus dem deutschsprachigen Raum bedeutet dies im Allgemeinen ein Universitäts- oder Fachhochschuldiplom oder das Staatsexamen. Für Studenten der Betriebs- oder Volkswirtschaft besteht teilweise die Möglichkeit, bereits nach dem Vordiplom (oder Vordiplom + 2 Semester) zugelassen zu werden. Für Bewerber ohne akademischen Abschluss ist der Zugang zu einem MBA Programm zwar nicht kategorisch ausgeschlossen, jedoch müssen solche Bewerber herausragende berufliche Leistungen im Geschäftsleben vorweisen.

Berufserfahrung

MBA-Bewerber müssen über grundlegende Erfahrungen in Unternehmen oder Organisationen verfügen. Generell werden hierfür häufig 2-3 Jahre als ausreichend erachtet. Obwohl an amerikanischen Elite-Schulen wie Harvard, Stanford, Wharton oder dem MIT der Durchschnitt aller Bewerber oft eher bei 4-5 Jahren liegt, werden Europäer aufgrund des unterschiedlichen Bildungssystems häufig mit nur 2-3 Jahren Berufserfahrung angenommen.

Zulassungstests

Fast alle Business Schools fordern vom Bewerber, den GMAT (Graduate Management Admission Test) abzulegen. Dies ist ein standardisierter Test, den Sie für die Bewerbung an den allermeisten MBA Programmen benötigen. Getestet werden neben der Fähigkeit des Kandidaten, verbale und mathematische Probleme zu lösen auch die Fähigkeit, unter erheblichem Zeitdruck zu arbeiten – so wie es die angestrebte Management Karriere später verlangen wird.
Der GMAT wird seit einiger Zeit als Computer-basierter Test durchgeführt. Das heißt, daß der komplette, fast 4-stündige Test an einem Computer in einem eigens eingerichteten Testcenter absolviert wird.
Der Test besteht aus:

  • 2 Aufsätzen a 30 Minuten (Analytical Writing Assessment (AWA))
  • einem 75-minütigem mathematischen Teil (Quantitative Section)
  • einem 75-minütigem sprachlichen Teil (Verbal Section)

Die verbal and quantitative section des GMAT wird als computer-adaptiver test (CAT) durchgeführt. Das heißt, das Testprogramm passt sich der individuellen Leistungsfähigkeit jedes Prüflings an. Der Testteilnehmer beginnt mit einer Frage durchschnittlichen Schwierigkeitsgrades und erhält bei richtiger Beantwortung eine schwerere, bei falscher Beantwortung eine leichtere nächste Frage. Gleichzeitig erhöht oder verringert das Testprogramm den Score des Testteilnehmers, wobei für die richtige Beantwortung einer schwereren Frage der Score stärker angehoben wird als für die richtige Beantwortung einer leichteren Frage. 
Die Bewertung der GMAT Essays erfolgt durch qualifizierte College- und Hochschul-Lehrer bzw. Dozenten, neuerdings computerunterstützt. 

Akkreditierung

Wie bereits beschrieben, sollte jeder MBA Bewerber auf die Akkreditierung seines Wunschprogramms achten.

Nordamerikanische Schulen beispielsweise sollten die Akkreditierung durch die AACSB, der ältesten nationalen Akkreditierungs-Agentur, besitzen. Wer an einer der circa 370 amerikanischen Schulen mit dem Gütesiegel der AACSB seinen MBA absolviert, kann sicher sein, daß er eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhält.

In Großbritannien sollte die Schule von der Association of MBAs (AMBA) bzw. von der Association of Business schools (ABS), in Italien von der Associazione per la formazione alla direzione aziendale (ASFOR) und in Spanien von der Asociación Española de Representantes de Escuelas de Dirección de Empresas (AAEDE) akkreditiert sein.

In Frankreich gibt es das Chapître de Management de la Conférence des Grandes Ecoles Françaises als qualitätssichernde Institution, allerdings finden sich in deren Liste nicht alle in Frankreich empfehlenswerten Programme (z.B. INSEAD). Auch in Russland und Polen gibt es bereits Organisationen, die sich um die Qualitätssicherung von Management Studiengängen kümmern.

Seit einer Änderung des Hochschulrahmengesetzes 1998 können nun -zunächst probeweise- auch in Deutschland Bachelor- und Master-Studiengänge, und damit das MBA-Studium angeboten werden. Gleichzeitig wurde von der Kultusministerkonferenz beschlossen, den Akkreditierungsrat zu bilden, der Agenturen akkreditiert, die ihrerseits die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge akkreditieren. Kurz gesagt, seit März 2000 ist die Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA)
berechtigt, Akkreditierungen von MBA Programmen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und der Schweiz) zu vergeben und hat bereits einigen empfehlenswerten Programmen ihr Gütesiegel verliehen.

Die European Foundation for Management Development (EFMD) vergibt aufbauend auf der gemeinsamen Arbeitsgruppe EQUAL (European Quality Link) der europäischen Akkreditierungs-Organisationen Akkreditierungen auf europäischer Ebene. Bisher haben nur einige wenige, aber sehr gute Schulen die Akkreditierung der EFMD erlangt.

Titelführung

Die Titelführung ist ein besonders wichtiges und schwieriges Thema. In den folgenden Abschnitten haben wir einige wichtige Informationen zum Thema Titelführung in Deutschland zusammengestellt. Trotzdem weisen wir zukünftige MBA-Bewerber ausdrücklich darauf hin, daß sie Fragen bezüglich der Titelführung in Eigenregie und Eigenverantwortung vor Beginn des MBA Programms klären müssen.

  • Für die USA gilt:
    Die AACSB-Akkreditierung belegt nicht nur die Qualität des MBA-Programms, sie ist auch erforderlich, damit der Titel in Deutschland geführt werden kann. Dies hat so das Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz in Koblenz in einem Urteil festgestellt.
  • Für Europa gilt:
    MBA Titel, die innerhalb der Europäischen Union an einer im jeweiligen Land staatlich anerkannten Institution erworben wurden, gelten in Deutschland als generell genehmigt.

Bei Kooperationen zwischen deutschen und ausländischen Schulen müssen beide Schulen die staatliche Anerkennung (bzw. amerikanische Schulen die Akkreditierung der AACSB) haben, damit ein Titel nach Abschluß des Studiums in Deutschland geführt werden darf

Grundsätzlich ist für die Anerkennung von im Ausland erworbenen MBA Titeln das Wissenschafts- beziehungsweise Kultusministerium des Bundeslandes zuständig, in dem der Graduierte seinen Hauptwohnsitz hat. Dort muss man nach Abschluss des MBA Studiums auch die Genehmigung zur Titelführung einholen.

Wir raten aber jedem MBA Bewerber, sich beim entsprechenden Ministerium bereits vor Beginn des Studiums zu erkundigen, ob der verliehene Titel in Deutschland geführt werden darf, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Privatpersonen können auch bei der Zentralstelle für das Ausländische Bildungswesen (ZAB) allgemeine Auskünfte hinsichtlich der Titelführung, jedoch keine konkreten Gutachten anfordern.

Die Genehmigung zur Titelführung heißt aber nicht, dass der im Ausland erworbene MBA automatisch als ein einem deutschen Studienabschluss gleichwertiger Titel gilt. Diese Gleichwertigkeit ist allerdings Voraussetzung für die Promotion oder für bestimmte Weiterbildungen wie etwa zum Steuerprüfer. Sie ist im allgemeinen nur gegeben, wenn der Betreffende vor dem MBA-Studium ein mindestens sechssemestriges Universitäts- oder Fachhochschulstudium absolviert hat.

Selbst bei MBA Titeln, die von Institutionen im deutschsprachigen Raum verliehen werden, ist nicht von vorneherein klar, daß man den Titel rechtmäßig führen darf, da es leider einzelne schwarze Schafe unter den Schulen gibt. Es empfiehlt sich auch hier, die Frage der Titelführung mit der jeweiligen Schule und dem Ministerium abzuklären.

Business School Rankings und Profile

Neben der Akkreditierung sollte man ebenfalls einen Blick auf das Ranking einer in Frage kommenden Schule werfen. Business School Rankings sind besonders in den USA, wo es den MBA Studiengang seit vielen Jahrzehnten gibt, populär. Wir möchten ausdrücklich klarstellen, dass man die Reihenfolge der Schulen in solchen Rankings keinesfalls zu ernst nehmen sollte. Oft gehen in solche Listen subjektive Faktoren ein und weder die Schulen noch die Journalisten kämpfen im Bezug auf die Rankings immer mit fairen Mitteln. Die Stärke der Rankings liegt unserer Meinung nach darin, dass alleine die Tatsache, dass eine Schule in solchen Rankings vertreten ist, einen positiven Ruf in der MBA-Gemeinde widerspiegelt. Die in den USA populärsten Rankings sind das Ranking der US News und das Ranking der Business Week. Die Business Week vergibt neben einem nationalen Ranking auch regionale Rankings für über 200 Schulen, so dass man auch unbekanntere Programme nachsehen kann. Von den Europäischen Schulen sind auf der Business Week Seite nur einige wenige, aber hervorragende Programme gelistet.
Neben den Rankings finden sich hier auch sehr umfassende Profile der Top Business Schools in den USA und Europa.

Für Business Schools in Asien und in Großbritannien findet man auf den Seiten von Bschool.com einige nützliche Rankings, für die Mehrheit der Schulen im restlichen Europa, insbesondere im deutschsprachigen Raum gibt es jedoch noch keine umfassendenden Rankings.

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