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Auslandssemester in Irland

„Céad míle fáilte“ – in Irland sind Besucher „hunderttausendmal willkommen“. Ein gutes Schwätzchen bei einem Drink in im Pub zählt hier mehr als die Einhaltung von Terminen. Das entspannte Lebensgefühl mag auch mit der atemberaubenden Landschaft zusammenhängen: Mehr als 40 Schattierungen von grün sind angeblich auf der „Smaragdinsel“ zu finden. Grüne Hügel, klare Seen, friedliche Flussläufe, einsame Buchten und imposante Steilklippen bilden den Hintergrund für zahlreiche Sagen und Legenden. Kein Wunder, dass unter der älteren Bevölkerung der Glaube an Feen, Kobolde und das „kleine Volk“ noch weithin verbreitet ist. Von der mehr als 8000 Jahre alten Kulturgeschichte Irlands erzählen auch zahllose alte Kirchen, Megalith-Gräber, Kultstätten, Druidensteine und Burgruinen. Die aus dem Keltischen stammende Amtssprache Irisch zeugt ebenfalls von der langen Geschichte der Insel. Heute wird sie jedoch nur noch von drei Prozent der Bevölkerung gesprochen, der Großteil der Iren spricht Englisch. Doch Irland ist nicht nur reich an Vergangenheit. Die Großstädte sind jung, energiegeladen und kosmopolitisch. Allen voran das multikulturelle Dublin, die zu den aufregendsten Metropolen Europas zählt. Das Durchschnittsalter beträgt 27 Jahre, damit ist Dublin die jüngste Hauptstadt Westeuropas. Besucher finden hier alte Prachtbauten und moderner Architektur, zahlreiche Museen, Shopping-Möglichkeiten, ruhige Parks, Restaurants aller Art, angesagte Clubs und natürlich mehr Pubs als man zählen kann. Tradition und Moderne werden verbunden, wenn man dort in geselliger Runde bei einem Guinness den Tag ausklingen lässt oder sich von den feierfreudigen Iren und dem Rhythmus einer der zahlreichen Folk-Bands anstecken lässt.

Im Dublin befinden sich auch die meisten irischen Universitäten des Landes. Wie die Stadt versprühen sie ein internationales Flair: Neben Iren sind hier auch viele Studenten aus Europa und dem Rest der Welt anzutreffen. Das liegt unter anderem daran, dass die Ausbildung an irischen Hochschulen als sehr hochwertig gilt. Die Professoren verfolgen eine „open-door-policy“, die Qualität der Lehre ist auf einem Top-Niveau und das Studienangebot ist riesig. Trotz der relativen geographischen Nähe zu Deutschland, können Studierende somit in Irland eine hervorragende internationale Studienerfahrung machen, dabei ihr Englisch verbessern und ein völlig anderes Land kennenlernen.

Der einfachste Weg, in Irland zu studieren, stellt wohl ein Auslandssemester in Irland dar. Spezielle Semesterprogramme, darunter auch das „Study Abroad“-Programm, bieten die Möglichkeit ein oder zwei Semester an einer Hochschule der Wahl in Irland zu studieren. Dabei werden die Bewerber zumeist nicht in ein bestimmtes Fachsemester oder einen Studiengang eingestuft. In diesem Fall können sie sich die Kurse also frei aus dem Angebot der jeweiligen Hochschule auswählen. Die Studierenden besuchen gemeinsam mit den einheimischen Studierenden die Kurse und legen auch die gleichen Prüfungen ab. Am Ende des Auslandssemesters in Irland gibt es ein „Transcript“, auf dem die Noten aufgelistet sind, einen offiziellen Abschluss gibt es nicht. Unter Umständen können die in Irland erbrachten Studienleistungen an der heimatlichen Hochschule anerkannt werden. Dies sollte allerdings immer bereits im Vorfeld mit dem zuständigen Prüfungsamt abgesprochen werden. In einigen Semesterprogrammen sind die Kurse nicht frei wählbar, sondern die Studierenden können bestimmte Kurspakete wie etwa „International Business“ belegen. Neben dem „Transcript“ erhalten die Studierenden dann auch ein „Certificate“, welches in Irland als eigenständiger Studienabschluss gilt.

Da man nicht mit einheimischen Studenten um Plätze für einen kompletten Studiengang konkurriert, sind die Zulassungsbedingungen zu einem Semesterprogramm in Irland moderat. Bewerber müssen zumeist nur das (Fach-)Abitur und ausreichende Englischkenntnisse nachweisen. Dieser Sprachnachweis erfolgt gemeinhin über einen zertifizierten Test wie den IELTS oder TOEFL.

Die irischen Hochschulen finanzieren sich über Studiengebühren. Diese fallen je nach Hochschule, Studiengang und Studienabschnitt sehr unterschiedlich aus. Im Undergraduate-Bereich kann mit Kosten ab 2.500 € aufwärts rechnen, im Postgraduate-Bereich sind die Studiengebühren etwas höher. Mit einem Minimum von 3.250 € pro Semester sollte gerechnet werden. Die Lebenshaltungskosten in Irland liegen etwas über dem deutschen Durchschnitt. Für ein Apartment auf dem Campus oder einen Platz in einem Studentenwohnheim zahlen Studenten zwischen 400 € und 600 € im Monat, in einer WG kann man eventuell etwas günstiger unterkommen. Mit weiteren anfallenden Kosten kann von einem monatlichen Richtwert von zwischen 650€ und 1000€ gerechnet werden.

Trotzdem ist ein Auslandssemester in Irland nicht unerschwinglich. Finanzierungshilfen bieten zum Beispiel Auslands-BAföG und Bildungskredite. Besonders interessant: Das Auslands-BAföG, das Zuschüsse von bis zu 4.600€ jährlich zu den Studiengebühren und weitere Zuschüsse zu Reise- und Lebenshaltungskosten beinhaltet, kann teilweise auch von Studenten beantragt werden, die in Deutschland nicht BAföG-berechtigt sind. Ein Gang zum BaföG-Amt kann sich auszahlen. Besonders begabte Studierende können außerdem durch Stipendien des DAAD oder anderer Stiftungen gefördert werden. Bildungskredite können eine weitere Möglichkeit darstellen, das Auslandssemester in Irland zu ermöglichen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, während des Semesters 20 Wochenstunden in Irland zu jobben, um die Kasse aufzubessern. In der vorlesungsfreien Zeit kann man sogar unbegrenzt arbeiten. Als EU-Bürger müssen deutsche Studierende dazu lediglich eine Sozialversicherungsnummer beantragen.

Zur Einreise nach Irland ist lediglich ein gültiger Reisepass erforderlich. Bei einem Studienaufenthalt von mehr als drei Monaten muss außerdem eine zweckgebundene Aufenthaltserlaubnis, die „residence permit“, beantragt werden. Auch eine Krankenversicherung ist Pflicht, um sich einschreiben zu können. In der Regel ist die in Deutschland ausgestellte europäische Krankenversichertenkarte innerhalb der EU gültig. Die genauen Konditionen sollten jedoch im Vorfeld unbedingt mit der deutschen Krankenversicherung abgeklärt werden. Unter Umständen kann es ratsam sein, eine zusätzliche Versicherung abzuschließen.

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