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Studieren ohne Abitur! Community Colleges in den USA

Nach dem Abschluss ihrer Berufsausbildung entsteht bei vielen Deutschen der Wunsch, doch noch zu studieren und somit die eigenen Karrierechancen zu erhöhen. Personen mit Mittlerer Reife als höchstem Schulabschluss bleibt dieser Weg bislang zumeist versperrt. In aller Regel müsste nämlich innerhalb mehrerer Jahre zunächst das Abitur oder zumindest die Fachhochschulreife nachgeholt werden, bevor an ein Studium überhaupt zu denken wäre.

Anders in den USA: Dort können deutsche Bewerber mit Mittlerer Reife und einer abgeschlossenen Berufsausbildung direkt mit dem Studium beginnen. Möglich ist dies an den etwa 1.200 amerikanischen Community Colleges, die es flächendeckend in allen Bundesstaaten der USA gibt.

Entstanden mit dem Ziel, möglichst breiten Bevölkerungsschichten in den USA den Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen, haben sich die Community Colleges in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Standbein der Hochschulausbildung in den USA entwickelt.

Neben praktisch ausgerichteten Studiengängen, die zu einem gewissen Grad mit unseren schulischen Ausbildungsgängen zu vergleichen sind (Kindergärtnerin, Kfz-Mechaniker, Zahntechniker), ist es an Community Colleges auch möglich, die ersten zwei Jahre eines regulären Universitätsstudiums zu absolvieren.

Die Community Colleges zeichnen sich durch eine intensive persönliche Betreuung der Studenten sowie vergleichsweise sehr günstige Studiengebühren aus. Zudem erlauben sie aufgrund ihrer Ausrichtung auch Bewerbern mit formal nicht für ein Studium ausreichender Vorbildung sowie eingeschränkten Englischkenntnissen die Aufnahme des Studiums. In den ersten Semestern werden dann durch zusätzliche Englischkurse und ein engmaschiges Betreuungsnetz vorhandene Lücken geschlossen.

Nach zwei Jahren kann das Studium am Community College dann mit dem Associate Degree abgeschlossen werden, der zur Weiterführung des Studiums an einem der zahlreichen vierjährigen Colleges und Universitäten befähigt. Etwa die Hälfte aller amerikanischen Studienanfänger nutzt diese Möglichkeit und beginnt das Studium an einem Community College. An den Universitäten und Colleges können die am Community College erbrachten Leistungen voll angerechnet werden, so dass der Bachelor-Abschluss innerhalb weiterer zwei Jahre zu erlangen ist. Insgesamt dauert das Studium bis zum Bachelor also vier Jahre, unabhängig davon, ob man sein Studium an einer Universität, einem College oder Community College beginnt.

Der große Vorteil besteht also darin, dass selbst ohne Abitur das Studium ohne Zeitverlust „durchgezogen“ werden kann. Nach dem Erlangen des Bachelor- Grades kann dann ein weiterführendes Studium bis hin zum Master- oder Doktor-Abschluss absolviert werden. Wichtig bei der Entscheidung für oder gegen ein Studium am Community College sind mehrere Aspekte. Da der Associate Degree in Deutschland bisher grundsätzlich nicht als Studienabschluss anerkannt wird, sollte man sich von vornherein darüber bewusst sein, dass man mindestens vier Jahre, d.h. mindestens bis zum Bachelor- Abschluss in den USA bleiben „muss“, um einen in Deutschland anerkannten Abschluss zu besitzen.

Zudem sollte man bei der Auswahl des Community Colleges neben persönlichen Interessen im geographischen und fachlichen Bereich vor allem darauf achten, dass die Community Colleges so genannte „Transfer Agreements“ mit guten amerikanischen Universitäten und Colleges haben. Diese „Transfer Agreements“ stellen nämlich sicher, dass die am Community College erbrachten Leistungen bei einem Wechsel an eine Universität oder ein College auch wirklich lückenlos anerkannt werden. Insofern stellen diese „Transfer Agreements“ auch ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Community Colleges dar. Dies ist wichtig, da die Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Community Colleges gewaltig sein können.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Frage, ob ein Community College spezielle Angebote für internationale Studenten anbietet. Hierzu gehören Programme zur Verbesserung der Englischkenntnisse der Bewerber genauso wie auf ausländische Studierende zugeschnittene Beratungs- und Integrationsangebote. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei ausreichender Eigenmotivation und sorgfältiger Planung ein Studium über den Weg der Community College gerade für deutsche Bewerber mit Mittlerer Reife und Berufsausbildung eine großartige Chance sein kann, ein kostengünstiges und akademisch voll anerkanntes Studium in den USA zu erlangen und damit die eigenen Aufstiegschancen zu verbessern — weltweit!

  • Tipp 1: Das Studium an einem Community College ist für gewöhnlich mit geringeren Studiengebühren verbunden als ein Vollzeit-Studium an den Universitäten. Somit erwerben Sie während Ihres Auslandsstudiums nicht nur zwei Abschlüsse in der Zeit eines „normalen“ Bachelor-Studienganges, gleichzeitig sparen Sie bares Geld!
  • Tipp 2: Der „Associate Degree“ gilt nur zur Bewerbung innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika. Planen Sie also auf jeden Fall mindestens vier Jahre in den USA ein, bevor Sie sich in das Abenteuer „Auslandsstudium ohne Abitur“ stürzen.

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