Gesundheit & Medizin im Ausland studieren

Im Ausland studieren – das ist im Bereich Gesundheit & Medizin teilweise nicht nur eine Wahloption, sondern für Studieninteressenten mit schlechtem Abitur auch die Möglichkeit, Studiengänge wie Humanmedizin überhaupt ohne lange Wartesemester beginnen zu können.

Kurzüberblick: Studiengänge im Bereich Gesundheit & Medizin

Bei der Frage, welchen Studiengang man im Ausland studieren möchte, muss man in zwei Bereiche unterteilen:

1. Humanmedizin

Ein Medizinstudium in Deutschland ist sehr begehrt und die Studienplätze sind knapp. Das hat zur Folge, dass ein NC im niedrigen 1er-Bereich oder ziemlich viele Wartesemester von Nöten sind, um sich einschreiben zu können. Schneller kann es gehen, wenn man Medizin im Ausland studiert. Zu diesem Thema ist ein richtiger Markt entstanden, auf dem sich private Hochschulen und private Vermittlungsfirmen tummeln. Mehr dazu haben wir im Abschnitt „Studienmöglichkeiten im Ausland finden“ aufgeführt.

2. Gesundheitswissenschaften/ Gesundheitsökonomie

Anders sieht es bei Studiengängen wie Gesundheitswissenschaften oder Gesundheitsmanagement/ -ökonomie aus. Hier gibt es in Deutschland zahlreiche Studienmöglichkeiten, die auch mit nicht ganz so gutem (Fach)Abischnitt oder sogar ohne Abitur studiert werden können. Eine Auflistung der Unis und FHs findet sich z.B. in der Datenbank des Studienführers www.Gesundheit-studieren.com.

Bei diesen Studiengängen steht die Gesundheit des Menschen auf andere Weise im Fokus, als bei der Medizin. Es geht z.B. darum, wie man die Ausbreitung von Seuchen verhindert oder dafür sorgen kann, dass Kinder nicht schon in jungen Jahren dick werden (Gesundheitswissenschaften). Ein anderer Bereich sind die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen der Gesundheitsbranche (z.B. mehr ältere Menschen, Rentabilität von Krankenhäusern, medizinische Zusatzdienstleistungen), die im Studiengang Gesundheitsmanagement/ -ökonomie vermittelt werden.

Warum im Ausland studieren?

Auch hier muss man wieder in die verschiedenen Studiengänge unterscheiden, wenn es um die Frage geht, warum man im Ausland studieren sollte:

1. Humanmedizin

Angehende Ärzte verabschieden sich selten für ein Auslandssemester aus Deutschland. Das zeigt die Studie des HIS. Man sieht einen deutlichen Unterschied zwischen den Studierenden von Unis (nur dort gibt es Medizin, aber auch Gesundheitswissenschaften und Gesundheitsökonomie) und von Fachhochschulen (dort werden Studiengänge wie Gesundheitsökonomie gelehrt):

Wer allerdings nicht die Voraussetzungen für ein Medizinstudium in Deutschland mitbringt, der kann im Ausland gut aufgehoben sein. In Österreich kann man beispielsweise ohne NC studieren. Dafür muss man einen Aufnahmetest bestehen und hat dann Chance, einen der 20% Studienplätze zu ergattern, die für Nicht-Österreicher vorgesehen sind.

2. Gesundheitswissenschaften/ Gesundheitsökonomie

Bei diesen Studiengängen geht es nicht darum, überhaupt einen Studienplatz zu erhalten, sondern sich durch eine gewisse Zeit in einem anderen Land persönlich weiterzuentwickeln. Und das ist unbedingt zu empfehlen: „Ein Auslandssemester bringt einem interkulturelle Sensibilität, neues Wissen und auch zusätzliche Sprachkenntnisse“, sagt auch Auslandserfahrung sei für das Berufsleben unersetzlich, sagt auch Dr. Dorothea Rüland vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD): “Heutzutage arbeiten viele Studienabsolventen in einem internationalen Kontext, da werden diese Erfahrungen immer wichtiger.“

Studienmöglichkeiten im Ausland finden

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die passenden Studienmöglichkeiten und Hochschulen im Ausland zu finden.

1. Humanmedizin

Eine Google-Recherche zu „Medizinstudium Ausland“ bringt viele Ergebnisse von Ratgeberartikeln und Vermittlungsfirmen. Wer sich für ein Studium der Humanmedizin im Ausland entscheidet, der kann die passenden Hochschulen anhand eigener Recherche oder über die Vermittlung von spezialisierten Agenturen finden. Bei College Contact ist die Vermittlung sogar kostenlos, Infos gibt es unter www.college-contact.com/studienfaecher/medizin.

2. Gesundheitswissenschaften/ Gesundheitsökonomie

Für andere Studiengänge lohnt sich, neben den erwähnten Vermittlungsagenturen, auch ein Gang zur Auslandsstudienberatung der eigenen Uni oder FH. Dort kann man Infos zu Partnerschaften mit ausländischen Hochschulen erfragen. Ein Vorteil ist beispielsweise, dass man dort schon Erfahrung mit der Studierendenvermittlung hat und genau sagen kann, welche Leistungen auf das deutsche Studium angerechnet werden.

Finanzierung

Das häufigste Argument, nicht ins Ausland zu gehen, sind die Kosten. Es stimmt, Bestandteile des Auslandsstudiums/ -semesters wie Flüge, Unterkunft und Versicherungen kosten Geld. Aber einen Teil der Ausgaben (wie z.B. Unterkunft) hätte man in Deutschland auch. Zudem gibt es viele Finanzierungsmöglichkeiten.

Für Medizinstudenten kommen bei einem Studium im Ausland allerdings oft noch tausende Euro Studiengebühren dazu. Hier benötigt man entweder vermögende Eltern oder einen guten Studienkredit, um die Kosten in Höhe von mehreren zehntausend Euro zu finanzieren.

rtissler
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