Vollzuschuss - keine Rückzahlung

Schüleraustausch mit AuslandsBAföG finanzieren

Dein umfassender Ratgeber zu Schüler-BAföG im Ausland: Erfahre alles über Voraussetzungen, Förderhöhe, Antragstellung und wie du BAföG mit Stipendien kombinieren kannst, um deinen Traum vom Auslandsjahr zu verwirklichen.

Austauschschüler mit Gastfamilie
Bild: KI generiert
Bis zu 666 Euro
monatlicher Grundbedarf
Vollzuschuss
keine Rückzahlung nötig
Bis 1.000 Euro
Reisekostenpauschale
Gastfamilie
inklusive Unterkunft

Was ist ein Schüleraustausch?

Ein Schüleraustausch bietet dir die einzigartige Möglichkeit, für 3 bis 12 Monate eine Schule im Ausland zu besuchen und vollständig in eine fremde Kultur einzutauchen. Du lebst bei einer sorgfältig ausgewählten Gastfamilie, besuchst eine lokale Schule und nimmst am gesamten Alltag deines Gastlandes teil - von Unterricht über Sportteams bis hin zu Feiertagen und Familientraditionen.

Der Austausch findet typischerweise zwischen der 9. und 11. Klasse statt, wobei die meisten Schüler ein ganzes Schuljahr im Ausland verbringen. Während dieser Zeit besuchst du als regulärer Schüler den Unterricht und wählst Fächer, die es in Deutschland oft gar nicht gibt - etwa Meeresbiologie, Kreatives Schreiben oder Forensische Wissenschaften.

Ein Schüleraustausch ist weit mehr als nur ein verlängerter Urlaub. Die Erfahrung fördert deine Selbstständigkeit, verbessert deine Fremdsprachenkenntnisse auf ein Niveau, das kein Schulunterricht erreichen kann, und vermittelt dir interkulturelle Kompetenzen, die in der globalisierten Arbeitswelt immer wichtiger werden. Viele ehemalige Austauschschüler bezeichnen ihr Auslandsjahr als die prägendste Erfahrung ihres Lebens.

Die gute Nachricht: Der deutsche Staat unterstützt Schüleraustausche finanziell durch das sogenannte Auslands-Schüler-BAföG. Diese Förderung ist ein reiner Zuschuss, den du nicht zurückzahlen musst. So wird ein Auslandsjahr auch für Familien möglich, die sich die Kosten sonst nicht leisten könnten.

Tipp: Auf den JuBi - JugendBildungsmessen von weltweiser kannst du dich persönlich über Schüleraustausch, Sprachreisen, Freiwilligenarbeit und weitere Auslandsaufenthalte informieren. Austauschorganisationen, Bildungsexperten und ehemalige Austauschschüler stehen dir dort für individuelle Beratung zur Verfügung. Die Messen finden regelmäßig in vielen deutschen Städten statt und der Eintritt ist frei.

BAföG für Schüleraustausch: Ein Vollzuschuss

Das Schüler-BAföG ist eine staatliche Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), die gezielt Schülerinnen und Schüler bei einem Auslandsaufenthalt unterstützt. Der entscheidende Vorteil gegenüber dem Studierenden-BAföG: Schüler-BAföG ist immer ein Vollzuschuss. Das bedeutet, du musst keinen einzigen Cent zurückzahlen - egal wie viel du erhältst.

Besonders wichtig zu wissen: Auch Schüler, die in Deutschland kein BAföG erhalten, können Auslands-BAföG bekommen. Das liegt daran, dass die Bedarfssätze im Ausland durch die Reisekostenpauschale höher liegen. Die Einkommensgrenze der Eltern verschiebt sich dadurch nach oben. Es lohnt sich also in jedem Fall, einen Antrag zu stellen.

Die Förderung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem monatlichen Grundbedarf für Lebenshaltungskosten und einer einmaligen Reisekostenpauschale. Je nach Einkommen der Eltern, eigenem Vermögen und Zielland kannst du so eine erhebliche finanzielle Unterstützung erhalten, die einen großen Teil der Kosten deines Auslandsjahres abdeckt.

Merke: Schüler-BAföG = Vollzuschuss = keine Rückzahlung. Studierenden-BAföG muss hingegen zur Hälfte als zinsloses Darlehen zurückgezahlt werden. Als Schüler bist du davon nicht betroffen.

Voraussetzungen für Schüler-BAföG im Ausland

Um Auslands-BAföG als Schüler zu erhalten, musst du mehrere Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten Kriterien im Überblick:

  • Du besuchst die gymnasiale Oberstufe ab Klasse 10 (G8) bzw. Klasse 11 (G9)
  • Der Austausch dauert mindestens 6 Monate (ein Schulhalbjahr)
  • Du besuchst eine gleichwertige allgemeinbildende Schule im Ausland
  • Du wohnst nicht bei deinen Eltern (Gastfamilie, Internat o. Ä.)
  • Deutsche Staatsangehörigkeit oder gleichgestellter Status (EU-Bürger, Daueraufenthalt)
  • Ständiger Wohnsitz in Deutschland vor dem Auslandsaufenthalt

Einkommensgrenzen und Freibeträge

Die Höhe deines BAföG hängt maßgeblich vom Einkommen deiner Eltern ab. Dabei gelten folgende Freibeträge:

Wichtig: Die Bemessungsgrundlagen variieren auch stark mit der Anzahl der Kinder in der Familie. Jedes weitere Kind erhöht den Freibetrag der Eltern deutlich. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, einen Antrag zu stellen, auch wenn das Einkommen auf den ersten Blick zu hoch erscheint.
Eltern (verheiratet)
ab 2.415 Euro/Monat
Freibetrag (1.715 + 700 Ehegatte)
Eigenes Einkommen
290 Euro/Monat
Freibetrag Minijob
Eigenes Vermögen
15.000 Euro
anrechnungsfrei
Wichtig: Der Aufenthalt muss mindestens 6 Monate (ein Schulhalbjahr) dauern, um förderfähig zu sein. Kürzere Aufenthalte werden grundsätzlich nicht gefördert. Ausnahme: Bei einer Kooperation mit deiner deutschen Schule kann eine Förderung bereits ab 12 Wochen möglich sein.
Tipp: Auch wenn deine Eltern in Deutschland über der Einkommensgrenze liegen und du kein Inlands-BAföG erhältst, kann sich der Antrag lohnen. Die Reisekostenpauschale erhöht den Bedarf, sodass die Einkommensgrenze beim Auslands-BAföG höher liegt.

Förderhöhe und Berechnung

Die Förderung setzt sich aus dem monatlichen Grundbedarf und einer einmaligen Reisekostenpauschale zusammen. Einen länderspezifischen Auslandszuschlag, wie ihn Studierende erhalten, gibt es für Schüler nicht.

Monatlicher Grundbedarf
bis 666 Euro
für Lebenshaltungskosten
Reisekostenpauschale (einmalig)
500 - 1.000 Euro
Europa: 500 Euro / Übersee: 1.000 Euro

Beispielrechnungen

Die tatsächliche Förderhöhe hängt vom Elterneinkommen ab. Hier zwei typische Szenarien:

Beispiel 1
USA - Schuljahr (10 Monate)
Grundbedarf (10 x 666 Euro)6.660 Euro
Reisekosten (Übersee)1.000 Euro
Maximale Förderung7.660 Euro
Beispiel 2
Großbritannien - Halbjahr (6 Monate)
Grundbedarf (6 x 666 Euro)3.996 Euro
Reisekosten (Europa)500 Euro
Maximale Förderung4.496 Euro
Die angegebenen Beträge sind Höchstsätze. Die tatsächliche Förderung kann je nach Einkommen der Eltern, eigenem Einkommen und Vermögen niedriger ausfallen. Nutze unseren BAföG-Rechner für eine individuelle Berechnung.

Antragstellung Schritt für Schritt

Die Antragstellung für Auslands-Schüler-BAföG erfordert etwas Vorbereitung. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung behältst du den Überblick:

1
Zuständiges Amt ermitteln

Das zuständige BAföG-Amt richtet sich nach deinem Zielland, nicht nach deinem Wohnort. Für die USA ist z. B. das Studierendenwerk Hamburg zuständig, für Australien das Studierendenwerk Marburg. Nutze unseren interaktiven Amt-Finder, um dein zuständiges Amt mit allen Kontaktdaten zu finden:

2
Formblätter besorgen und ausfüllen

Du benötigst die Formblätter 1 bis 6. Formblatt 1 enthält deine persönlichen Daten, Formblatt 3 die Einkommensdaten deiner Eltern. Alle Formblätter kannst du direkt als PDF herunterladen:

3
Unterlagen zusammenstellen

Sammle alle nötigen Dokumente: Schulbescheinigung, Einkommensnachweise der Eltern (Steuerbescheide), Bescheinigung der Austauschorganisation, Bestätigung der aufnehmenden Schule, Lebenslauf und ggf. Mietvertrag/Gastfamilienbestätigung.

4
Antrag frühzeitig einreichen

Reiche deinen Antrag mindestens 6 Monate vor Beginn des Auslandsaufenthalts ein. Die Bearbeitung kann mehrere Wochen bis 2 Monate dauern. Bei unvollständigen Unterlagen verlängert sich die Bearbeitungszeit.

5
Bescheid abwarten und ggf. Widerspruch einlegen

Nach Prüfung erhältst du einen Bewilligungs- oder Ablehnungsbescheid. Bei Ablehnung hast du einen Monat Zeit, Widerspruch einzulegen. Die Zahlung erfolgt in der Regel ab dem Tag deiner Ausreise.

Tipp: Du kannst auch einen Vorabentscheid beantragen. Damit klärt das BAföG-Amt, ob du grundsätzlich anspruchsberechtigt bist, bevor du alle Details deines Aufenthalts festlegst. So hast du Planungssicherheit, noch bevor du dich bei einer Organisation anmeldest.
Kostenlose BAföG-Hotline: 0800 223 63 41 (Mo-Fr 8-20 Uhr). Hier kannst du allgemeine Fragen klären. Für individuelle Auskünfte wende dich direkt an dein zuständiges Amt.

Typische Kosten eines Schüleraustauschs

Die Gesamtkosten eines Schüleraustauschs variieren stark je nach Zielland, Aufenthaltsdauer und gewählter Organisation. Für ein ganzes Schuljahr solltest du mit 1.490 bis 27.490 Euro rechnen (Mindestprogrammpreise 2024/25, Quelle: weltweiser Studie 2025). Die wichtigsten Kostenpunkte:

Programmkosten
1.490-27.490 Euro
Mindestpreise 2024/25 je nach Land, Programmart und Dauer (Schuljahr)
Taschengeld
150-300 Euro/Monat
empfohlener Betrag für Freizeitaktivitäten
Versicherung
500-1.200 Euro
Auslandskranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung
Flüge
500-2.000 Euro
Hin- und Rückflug je nach Zielland

Was ist in den Programmkosten enthalten?

Die Programmkosten der Austauschorganisationen decken in der Regel die Vermittlung und Betreuung der Gastfamilie, die Schulanmeldung, eine Vorbereitungsseminare und die Betreuung vor Ort durch lokale Betreuer ab. Je nach Organisation und Programm können auch Flüge, Versicherungen oder Sprachkurse inkludiert sein. Vergleiche die Leistungen verschiedener Anbieter sorgfältig, bevor du dich entscheidest.

Was kommt zusätzlich dazu?

Neben den Programmkosten fallen weitere Ausgaben an: ein gültiger Reisepass (ca. 60 Euro), eventuell ein Visum (z. B. J-1 Visum für die USA: ca. 160 USD), Impfungen, Gastgeschenke und natürlich Taschengeld für Freizeitaktivitäten, Ausflüge und persönliche Ausgaben. Plane auch einen Puffer für unvorhergesehene Kosten ein.

Gegenrechnung: So viel deckt BAföG ab

Bei einem 10-monatigen Austausch in die USA mit maximalem BAföG-Satz:

Typische Programmkosten~15.000 Euro
BAföG-Förderung (max.)-6.800 Euro
+ Teilstipendium (Beispiel)-2.500 Euro
Verbleibender Eigenanteil~5.700 Euro

Durch die Kombination von BAföG und Stipendien lassen sich bis zu 60-75 % der Gesamtkosten finanzieren.

Beliebte Ziele für den Schüleraustausch

Jedes Jahr gehen rund 15.000 deutsche Schüler ins Ausland. Die Wahl des Ziellandes beeinflusst nicht nur die Kosten, sondern auch die Erfahrung. Hier sind die beliebtesten Zielländer im Überblick:

1
USA
Beliebtestes Ziel
1 Schuljahr
ab 9.990 Euro

Classic High School Experience mit Football, Prom und Yearbook. Die meisten Austauschschüler wählen die USA. Bei Regionenwahl ab 16.990 Euro, bei Schulwahl ab 27.490 Euro.

2
Kanada
Zweisprachig (EN/FR)
1 Semester/Jahr
ab 9.990 Euro

Wahl zwischen englisch- und französischsprachigen Provinzen. Sehr gutes Schulsystem mit vielen Wahlfächern. Bei Regionenwahl ab 14.990 Euro, bei Schulwahl ab 17.990 Euro.

3
Australien
Traumziel Down Under
1-4 Terms
ab 15.490 Euro

Schuljahr beginnt im Januar. Einzigartige Natur, entspannte Kultur und hervorragende Schulen. Bei Regionenwahl ab 22.990 Euro, bei Schulwahl ab 24.890 Euro.

4
Neuseeland
Natur pur
1-4 Terms
ab 11.490 Euro

Kleines, sicheres Land mit atemberaubender Natur. Schuljahr beginnt ebenfalls im Januar. Bei Regionenwahl ab 19.990 Euro, bei Schulwahl ab 24.990 Euro.

5
Großbritannien
Klassisch britisch
1-3 Terms
ab 12.490 Euro

Kurze Anreise, keine Zeitverschiebung. Boarding Schools mit langer Tradition. Bei Regionenwahl ab 15.990 Euro, bei Schulwahl ab 25.490 Euro.

6
Irland
Gastfreundlich
1-3 Terms
ab 8.990 Euro

Bekannt für herzliche Gastfamilien. Vielfältiges Fächerangebot und kurze Anreise. Bei Regionenwahl ab 13.990 Euro, bei Schulwahl ab 14.990 Euro.

7
Spanien
Sonne & Sprache
1 Schuljahr
ab 1.490 Euro

Ideales Ziel zum Spanischlernen. Lebendige Kultur und kurze Anreise. Bei Schulwahl ab 19.990 Euro.

Etwa 90 deutsche Austauschorganisationen bieten Programme in über 50 Ländern an. Neben den genannten Klassikern werden auch Ziele in Skandinavien, Lateinamerika (Costa Rica, Argentinien) und Asien (Japan, Südkorea) immer beliebter. Alle Zielländer sind grundsätzlich BAföG-förderfähig, solange die Mindestaufenthaltsdauer von 6 Monaten eingehalten wird.

Mindestprogrammpreise nach Gastland 2024/25

Mindestpreise für Länder-, Regionen- und Schulwahlprogramm (einjähriger Schüleraustausch mit Organisation)

Australien
24.890 €
22.990 €
15.490 €
Großbritannien
25.490 €
15.990 €
12.490 €
Irland
14.990 €
13.990 €
8.990 €
Kanada
17.990 €
14.990 €
9.990 €
Neuseeland
24.990 €
19.990 €
11.490 €
Spanien
19.990 €
1.490 €
USA
27.490 €
16.990 €
9.990 €
Argentinien
10.490 €
9.490 €
Costa Rica
11.490 €
Frankreich
8.990 €
Italien
7.490 €
Japan
10.990 €
Norwegen
11.490 €
Südafrika
10.990 €
Länderwahl
Regionenwahl
Schulwahl

Quelle: weltweiser Studie 2025 zum Schüleraustausch

Lesetipp: Das Handbuch Fernweh ist das Standardwerk zum Schüleraustausch. Der umfassende Ratgeber enthält übersichtliche Preis-Leistungs-Tabellen aller Austauschorganisationen und hilft dir, Programme und Anbieter gezielt zu vergleichen.

Stipendien und weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Neben dem Auslands-BAföG gibt es zahlreiche Stipendien, die speziell für den Schüleraustausch vergeben werden. Viele davon lassen sich mit BAföG kombinieren. Stipendien bis 300 Euro monatlich werden dabei nicht auf das BAföG angerechnet. Durch die Kombination mehrerer Finanzierungsquellen wird ein Austauschjahr für nahezu jede Familie erschwinglich.

Parlamentarisches Patenschafts-Programm (PPP)
Vollstipendium
Zielland: USA

Gemeinsames Programm von Bundestag und US-Kongress. Übernahme aller Kosten inkl. Flug, Versicherung und Programmgebühren.

AJA-Stipendien
Teilstipendium (bis 50%)
Zielland: Weltweit (50+ Länder)

Der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch vergibt jährlich Stipendien im Gesamtwert von ca. 4 Mio. Euro.

WELTBÜRGER-Stipendien
Teilstipendium (bis 3.000 Euro)
Zielland: Weltweit

Verschiedene Austauschorganisationen vergeben über die WELTBÜRGER-Plattform Stipendien für Schüleraustausch. Bewerbung direkt über die teilnehmenden Organisationen.

Kreuzberger Kinderstiftung
Teilstipendium
Zielland: Europa

Speziell für Real- und Mittelschüler. Fördert gezielt Schüler, die nicht das Gymnasium besuchen.

DFH - Dt. Fachverband High School
Teilstipendium
Zielland: Weltweit

Der Deutsche Fachverband High School fördert den internationalen Schüleraustausch und vergibt über seine Mitgliedsorganisationen Stipendien für High-School-Aufenthalte.

Weitere Finanzierungsquellen

  • Länderspezifische Programme: Viele Bundesländer (Bayern, Baden-Württemberg, NRW u. a.) bieten eigene Austauschprogramme und Stipendien an.
  • ENSA-Programm: Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm fördert Schulaustausche mit Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika.
  • Rotary Jugenddienst: Bietet Jahres- und Ferienaustauschprogramme mit weltweitem Netzwerk ehrenamtlicher Gastfamilien.
  • Arbeitgeber-Stipendien: Manche Arbeitgeber bieten Stipendien für Kinder ihrer Mitarbeiter an. Es lohnt sich, beim Arbeitgeber der Eltern nachzufragen.
  • Crowdfunding & Förderkreise: Über Plattformen wie GoFundMe oder einen persönlichen Förderkreis aus Verwandten und Bekannten können weitere Mittel eingeworben werden.
BAföG + Stipendium = beste Strategie. Bewirb dich parallel bei mehreren Stipendiengebern und stelle gleichzeitig deinen BAföG-Antrag. Die Bewerbungsfristen liegen oft 6 bis 12 Monate vor der Abreise. Je früher du beginnst, desto besser sind deine Chancen.

Häufige Fehler vermeiden

Bei der BAföG-Antragstellung für den Schüleraustausch passieren immer wieder die gleichen Fehler. Hier erfährst du, wie du sie vermeidest:

Antrag zu spät einreichen
Mindestens 6 Monate vor Abreise beantragen. Die Bearbeitung dauert oft mehrere Wochen bis Monate.
Kein Antrag, weil Inlands-BAföG abgelehnt wurde
Auslands-BAföG hat höhere Bedarfssätze. Viele Schüler erhalten Auslands-BAföG, obwohl sie kein Inlands-BAföG bekommen.
Unvollständige Unterlagen einreichen
Alle Formblätter (1-6) vollständig ausfüllen und Einkommensnachweise der Eltern beifügen. Fehlende Unterlagen verzögern die Bearbeitung erheblich.
Aufenthalt kürzer als 6 Monate planen
Nur Aufenthalte ab 6 Monaten (ein Schulhalbjahr) werden gefördert. Ausnahme: Bei Kooperation mit der deutschen Schule reichen 12 Wochen.
Stipendien nicht angeben
Stipendien über 300 Euro monatlich werden auf das BAföG angerechnet. Nicht angegebene Stipendien können zur Rückforderung führen.

Häufige Fragen zum Schüler-BAföG

Muss ich Schüler-BAföG zurückzahlen?

Nein, Schüler-BAföG ist immer ein Vollzuschuss. Anders als beim Studierenden-BAföG musst du keinen Cent zurückzahlen. Das gilt auch für das Auslands-Schüler-BAföG.

Kann ich BAföG und ein Stipendium gleichzeitig erhalten?

Ja, BAföG und Stipendien lassen sich kombinieren. Stipendien bis 300 Euro monatlich werden nicht auf dein BAföG angerechnet. Erst Beträge darüber reduzieren die BAföG-Zahlung.

Was passiert, wenn ich den Austausch abbreche?

Bei einem vorzeitigen Abbruch wird das BAföG ab dem Monat nach dem Abbruch eingestellt. Bereits erhaltene Zahlungen für die Zeit im Ausland musst du in der Regel nicht zurückzahlen, sofern der Abbruch nicht von Anfang an geplant war.

Bekomme ich BAföG auch für ein eingeschobenes Austauschjahr?

Ja. Auch wenn das Austauschjahr nicht auf deine Inlandsschulzeit angerechnet wird und du die Klasse in Deutschland wiederholst, ist eine BAföG-Förderung möglich.

Werden Schulgebühren im Ausland vom BAföG bezahlt?

Nein, Schulgebühren (Tuition Fees) werden beim Schüler-BAföG nicht übernommen. Diese Zusatzkosten sind meist in den Programmkosten der Austauschorganisation enthalten.

Ab welcher Klasse kann ich Auslands-BAföG beantragen?

Auslands-BAföG für den Schulbesuch im Ausland gibt es ab Klasse 10 (bei G8) bzw. Klasse 11 (bei G9) der gymnasialen Oberstufe. Auch Schüler an Berufsfachschulen und Fachoberschulen können unter bestimmten Bedingungen gefördert werden.

Ich erhalte kein Inlands-BAföG. Lohnt sich ein Antrag trotzdem?

Unbedingt. Durch die Reisekostenpauschale und den höheren Bedarf im Ausland liegt die Einkommensgrenze der Eltern höher. Viele Familien, die im Inland keinen Anspruch haben, erhalten trotzdem Auslands-BAföG.

Wie lange dauert die Bearbeitung meines Antrags?

Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel mehrere Wochen bis 2 Monate, bei unvollständigen Unterlagen auch länger. Deshalb ist eine frühzeitige Antragstellung (6 Monate vorher) so wichtig.

Bereit für dein Auslandsjahr?

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